Ambilight-PI.de · aktualisiert 09.09.2026

Teil 3: Hyperion installieren und einrichten

Redaktion: Ambilight-PI.de · geprüft anhand offizieller Projekt-Dokumentationen

Jetzt wird aus der Verkabelung ein steuerbares Ambilight. Teil 3 ist für beide Systemwege geschrieben: LibreELEC + Kodi oder HyperBian. Der Unterschied liegt nur in Installation und SPI-Aktivierung; LED-Layout, Farbtest und Backup funktionieren anschließend nach demselben Prinzip.

Schematische Infografik zur Hyperion-Konfiguration mit LED-Layout und Farbtest
Schematische Übersicht, kein 1:1-Screenshot der Hyperion-Weboberfläche. Menübezeichnungen können sich leicht ändern; maßgeblich sind die Schritte im Text.

Stand September 2026

Hyperion 2.2.1 ist die aktuelle stabile Veröffentlichung

Für diese Anleitung verwenden wir die stabile Version. Nightly- oder Beta-Stände sind für einen ersten Aufbau unnötig. HyperCON und die alte Hyperion-Classic-Konfiguration gehören nicht mehr zum aktuellen Workflow; Hyperion wird über die Weboberfläche eingerichtet.

1. Welches System läuft auf deinem Pi?

LibreELEC + Kodi

Du hast Teil 1 durchgeführt. Jetzt aktivierst du SPI in LibreELEC und installierst Hyperion mit dem offiziellen Easy-Install-Skript.

Weiter mit Abschnitt 2A.

HyperBian

Hyperion ist bereits installiert. Wenn du im HyperBian-Systemkonfigurationsgenerator SPI aktiviert hast, musst du Hyperion nicht noch einmal installieren.

Weiter mit Abschnitt 2B.

2A. LibreELEC: SPI aktivieren und Hyperion installieren

Wenn du unserer APA102/SK9822-Referenz folgst, muss SPI aktiviert sein. LibreELEC bindet die Boot-Partition standardmäßig nur lesbar ein. Verbinde dich per SSH und führe aus:

mount -o remount,rw /flash
nano /flash/config.txt

Füge eine eigene Zeile hinzu:

dtparam=spi=on

Speichern in nano: Strg+O, Enter, anschließend Strg+X. Danach:

mount -o remount,ro /flash
reboot

Nach dem Neustart verbindest du dich erneut per SSH und installierst die stabile Hyperion-Version mit dem offiziellen Easy-Install-Skript:

curl -sSL https://releases.hyperion-project.org/install | bash
LibreELEC-Upgrade von Hyperion: Hyperion dokumentiert für Versionswechsel den Weg „bestehende Version entfernen → neue Version installieren“. Die Konfigurationsdatenbank bleibt erhalten; ein vorheriges Backup ist trotzdem sinnvoll.

2B. HyperBian: nichts doppelt installieren

Bei HyperBian ist Hyperion bereits Bestandteil des Images. Nutze nach Möglichkeit den offiziellen HyperBian-Systemkonfigurationsgenerator, um Benutzer, Hostname, SSH und bei SPI-LEDs auch SPI vor dem ersten Start festzulegen.

Hast du HyperBian bereits gestartet, kannst du die Raspberry-Pi-Schnittstellen auch nachträglich über sudo raspi-config konfigurieren. Installiere Hyperion nicht zusätzlich mit dem LibreELEC-Befehl.

Offizielle HyperBian-Einrichtung →

3. Hyperion-WebUI öffnen

Öffne auf einem Gerät im selben Netzwerk:

http://IP-DEINES-PI:8090

Beispiel: http://192.168.178.50:8090. Bei HyperBian funktioniert in Netzen mit mDNS häufig auch http://hyperbian.local:8090 bzw. dein selbst gesetzter Hostname. Prüfe im Systembereich die laufende Version und starte mit der Einstellungsstufe Standard.

4. LED-Gerät passend zum echten Streifen einrichten

  1. LED-Geräte bzw. die LED-Instanz öffnen.
  2. Den Gerätetyp passend zu deinem realen Streifen auswählen – bei der Referenz APA102 oder SK9822 über SPI.
  3. Anzahl der physikalischen LEDs eintragen.
  4. Konfiguration speichern bzw. Gerät identifizieren, sofern die WebUI diese Funktion anbietet.
  5. Wird das Gerät deaktiviert, zuerst im System-Log nach der konkreten Fehlermeldung schauen.
Bei mehr als etwa 250 SPI-LEDs: Hyperion weist auf eine größere SPI-Puffergröße hin. Das betrifft nicht jeden TV-Aufbau, sollte bei langen bzw. sehr dichten Streifen aber berücksichtigt werden.

5. Erster Funktionstest: statische Farben

Öffne die Fernsteuerung und teste nacheinander Rot, Grün, Blau und Weiß. Noch kein Video, kein HDMI, kein Smoothing.

Diagnose: Flackern oder Spannungseinbruch bei statischem Weiß ist zuerst ein Hardware-/Versorgungsthema. Teil 4 hilft dabei nicht.

6. LED-Layout erzeugen

Trage die in Teil 2 notierten LEDs für oben, rechts, unten und links ein. Lege fest, wo LED 0 sitzt und in welche Richtung der Streifen läuft. Die virtuelle Vorschau muss zur realen TV-Rückseite passen.

TV

7. RGB-Reihenfolge vor der Farbkalibrierung korrigieren

Wenn Hyperion Rot ausgibt, die LEDs aber Grün oder Blau zeigen, stimmt zuerst die Kanalreihenfolge nicht. Korrigiere die RGB-Byte-Reihenfolge, bevor du Weißpunkt, Gamma oder Helligkeit veränderst.

Sinnvolle Reihenfolge: stabile LED-Ausgabe → RGB-Kanäle → LED-Position → Helligkeit → Weißabgleich → persönlicher Geschmack.

8. Schwarzbalken und Smoothing erst danach

Diese Einstellungen werden erst relevant, wenn das Capture-Bild in Teil 4 läuft. Smoothing macht schnelle Farbwechsel ruhiger, erhöht aber die wahrgenommene Verzögerung. Für Filme darf es meist weicher sein als für Spiele.

9. Warum wir auf LibreELEC nicht mit internem Kodi-Capture planen

Hyperions aktuelle Plattformmatrix weist für LibreELEC 12.x auf Raspberry Pi 3/4/5 keinen Screen-Grabber aus. Die Hyperion-2.2.0-Release-Notes beschreiben den neuen DRM/KMS-Grabber zudem als noch nicht vollständig und weisen darauf hin, dass Kodi-Capture damit derzeit nicht funktioniert.

Darum endet Teil 3 bewusst mit statischen LED-Tests. Das Live-Bild kommt in Teil 4 über UVC-HDMI-Capture. Bei HyperBian gilt ebenfalls: Das vorbereitete Image ersetzt nicht den Capture-Pfad.

10. Konfiguration sichern

Wenn statische Farben, LED 0, Laufrichtung und RGB-Reihenfolge stimmen, exportiere die Hyperion-Konfiguration. Speichere das Backup zusammen mit einer kurzen Notiz zu Pi-Modell, Betriebssystem, LED-Typ und LED-Anzahl. Das macht spätere Updates deutlich entspannter.

11. Fertig für Teil 4?

Erst wenn alle Punkte erfüllt sind, kommt das Bildsignal dazu.

Weiter zu Teil 4: HDMI-Capture

Offizielle Hyperion-Quellen

Installation unter Linux/LibreELEC · HyperBian · LED-Hardware · Plattformmatrix